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Nutzung der Sportanlagen für die kommunale Wärmeplanung (02.03.2026)

Lena Christin Schwelling

© Moritz Reulein

Die Wärmewende entscheidet sich nicht nur an großen Kraftwerksstandorten, sondern vor allem dort, wo wir bestehende Infrastruktur intelligent weiterdenken. Unter vielen kommunalen Sport- und Bolzplätzen liegt ein bislang ungenutztes energetisches Potenzial. In etwa 1,5 Metern Tiefe können horizontale Erdwärmekollektoren verlegt werden, die dem Boden ganzjährig Wärme entziehen. Über ein kaltes Nahwärmenetz wird diese Energie zu Wärmepumpen geführt und auf das erforderliche Temperaturniveau angehoben. Der Sportbetrieb bleibt dabei vollständig erhalten, die Technik verschwindet unter der Oberfläche.

Beispielprojekte, unter anderem in Berlin, zeigen, dass auf diese Weise mehrere öffentliche Gebäude fossilfrei mit Wärme versorgt und erhebliche Mengen CO₂ eingespart werden können. Gerade dort, wo Sportanlagen in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Kitas, Hallen oder Verwaltungsgebäuden liegen, entsteht eine naheliegende Verbindung zwischen Flächennutzung und Wärmeversorgung.

Angesichts steigender Energiepreise, der angespannten Haushaltslage und unserer klimapolitischen Zielsetzungen sehen wir hierin einen strategisch sinnvollen Ansatz. Die Nutzung bereits vorhandener Flächen vermeidet zusätzliche Versiegelung, stärkt die kommunale Energieautonomie und schafft langfristig kalkulierbare Wärmekosten für öffentliche Gebäude.

Vor diesem Hintergrund beantragen wir:
•           eine systematische Erfassung der kommunalen Sport- und Bolzplätze im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung im Hinblick auf ihr geothermisches Potenzial,
•           die Identifikation geeigneter angrenzender öffentlicher Liegenschaften mit entsprechendem Wärmebedarf,
•           die Erstellung einer vertieften Machbarkeitsuntersuchung für mindestens einen geeigneten Pilotstandort einschließlich Wirtschaftlichkeitsberechnung, Förderkulisse und CO₂-Einsparpotenzial,
•           die Darstellung der Ergebnisse im Gemeinderat mit einem konkreten Vorschlag für das weitere Vorgehen.

Sportplätze sind Orte der Bewegung und Begegnung. Sie können zugleich Teil einer modernen, resilienten Energieinfrastruktur werden. Wenn wir Klimaschutz pragmatisch und wirtschaftlich denken, gehört auch dieses Potenzial auf den Tisch.