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Pilotprojekt Smarte Bewässerung (12.01.2026)

Lena Christin Schwelling

© Moritz Reulein

Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden stellen die Pflege von Friedhöfen und anderen Grünflächen auch in Ulm vor immer größere Herausforderungen. Gleichzeitig stehen die städtischen Betriebe unter erheblichem Druck, was Personalverfügbarkeit, körperliche Belastung der Mitarbeitenden und steigende Kosten angeht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie wir Qualität und Pflegeaufwand auf unseren Friedhöfen auch unter veränderten klimatischen Bedingungen dauerhaft sichern können.
Andere Kommunen gehen hier neue Wege. In Stuttgart wird derzeit auf einem Friedhof der Einsatz automatisierter Bewässerungssysteme erprobt. Ziel ist es, Pflanzen gezielt und vorzugsweise nachts zu bewässern, um Wasser effizienter zu nutzen, Verdunstungsverluste zu reduzieren und Mitarbeitende von körperlich anstrengenden Routinetätigkeiten zu entlasten. Solche Systeme ersetzen keine Menschen, sie unterstützen sie dort, wo Arbeit besonders belastend ist und Ressourcen knapper werden.
Auch für Ulm bietet ein solcher Ansatz Chancen. Ein Pilotprojekt zur smarten, automatisierten Bewässerung auf einem Ulmer Friedhof oder einem klar abgegrenzten Teilbereich könnte helfen, konkrete Antworten auf zentrale Fragen zu finden: Wie viel Wasser lässt sich tatsächlich einsparen. Welche Entlastung entsteht für die Beschäftigten. Wie stehen Investitions- und Betriebskosten im Verhältnis zum bisherigen Aufwand. Und welche Fördermöglichkeiten von Land, Bund oder EU können genutzt werden, um neue Wege der Klimaanpassung zu finanzieren.
Wir beantragen daher, dass die Stadtverwaltung prüft, ob ein solches Pilotprojekt in Ulm umgesetzt werden kann, einen geeigneten Standort vorschlägt und die ökologischen, personellen und wirtschaftlichen Effekte transparent darstellt. Ziel ist ausdrücklich keine vorschnelle Anschaffung, sondern eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Die Ergebnisse der Prüfung sollen dem Gemeinderat innerhalb eines überschaubaren Zeitraums vorgelegt werden und als Basis für das weitere Vorgehen dienen.
Ulm steht wie viele Städte vor der Aufgabe, sich konkret an den Klimawandel anzupassen, ohne dabei die Beschäftigten zu überfordern oder unnötige Kosten zu verursachen. Ein ergebnisoffenes Pilotprojekt zur smarten Bewässerung verbindet genau das: verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, bessere Arbeitsbedingungen und einen pragmatischen Blick auf Innovation. Nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug für eine Stadt, die vorausschauend handelt.