Vorgesehene ÖPNV-Einsparungen der SWU (23.02.2026)
Ein leistungsfähiger und verlässlicher ÖPNV ist die Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe, wirtschaftliche Stärke und das Erreichen unserer Klimaziele. Die SWU Verkehr GmbH leistet mit ihrer täglichen Arbeit den zentralen Beitrag zur Mobilität in unserer Stadt und im gesamten DING Gebiet. Spitzenplätze bei ÖPNV-Kernkriterien im bundesweiten Vergleich zeigen die hohe Qualität des Angebotes der SWU Verkehr GmbH auf. Es ist unser Anspruch, dieses Qualitätsniveau zu sichern und den Raum für kontinuierliche Verbesserungen zu geben. Einsparungen dürfen nicht einseitig zulasten derjenigen gehen, die täglich auf Bus und Straßenbahn angewiesen sind.
Gleichzeitig sind wir uns unserer wirtschaftlichen Verantwortung bewusst. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten gilt es, alle Möglichkeiten sorgfältig zu prüfen. Vor diesem Hintergrund nehmen wir die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Defizitreduzierung sehr ernst.
Wir
unterstützen die im Maßnahmenpaket 1 vorgesehenen strukturellen
Maßnahmen ausdrücklich und erwarten, dass diese prioritär umgesetzt werden. Die
Entzerrung der Schulanfangszeiten ist aus unserer Sicht ein zentraler Baustein.
Dabei ist insbesondere hervorzuheben, dass ein späterer Unterrichtsbeginn für
Jugendliche nachweislich positive Auswirkungen hat. Zugleich muss
sichergestellt werden, dass Zuganbindungen für Schülerinnen und Schüler aus dem
Umland mitgedacht werden. Auch Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖPNV
unterstützen wir ausdrücklich.
Kürzungen
in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, die vorrangig im Maßnahmenpaket
3 vorgesehen sind, lehnen wir hingegen entschieden ab. Randzeiten sind
keine verzichtbaren Komfortzeiten, sondern ein wichtiger Bestandteil eines
verlässlichen öffentlichen Verkehrs. Sie sind notwendig für Schichtarbeitende
in Industrie, Kliniken und Gewerbegebieten, für Auszubildende und Schülerinnen
und Schüler mit längeren Wegen, für Jugendliche, aber auch Ulmerinnen und
Ulmer, die Sport-, Kultur- und Freizeitangebote wahrnehmen, sowie für alle
Menschen, die kein eigenes Auto besitzen.
Und
dies gilt insbesondere für die Ulmer Ortschaften. Gerade erste und letzte
Fahrten sichern gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Erreichbarkeit. Ihre
Streichung würde besonders diejenigen treffen, die auf den ÖPNV angewiesen
sind, und stünde im Widerspruch zu unseren sozialen und klimapolitischen
Zielsetzungen.
Das Maßnahmenpaket 2 sehen wir differenziert. Jedoch zeigen Rückmeldungen
aus einzelnen, dass Sicherheitsaspekte, Auslastung und die Situation von
Schülerinnen und Schülern sowie Schichtarbeitenden sorgfältig berücksichtigt
werden müssen.
Vor
diesem Hintergrund beantragen wir die einzelnen Maßnahmen in den Paketen
einzeln abzustimmen und folgende Änderungen vorzusehen.
Maßnahmenpaket 1
Wir begrüßen, dass die bestehenden Tempo 30 Zonen erhalten werden und das zukünftige Tempo 30 unter Berücksichtigung auch der Bedürfnisse des ÖPNV betrachtet werden.
Maßnahmenpaket 2
Auf der Linie 11 sollen die vom Gemeinderat beschlossenen, über den NVP hinausgehenden Linien erhalten bleiben
Die Linie 12 soll im bestehenden Umfang erhalten bleiben.
Maßnahmenpaket 3
Die Randzeiten der Linien 7, 8, 11, 12 und 13 sollen erhalten bleiben.
Finanzierung
Um
Angebotskürzungen in Randzeiten zu vermeiden, halten wir es für notwendig, auch
die Finanzierungsfrage offen zu diskutieren. Vor
dem Hintergrund, dass die in den Haushaltsberatungen zu Grunde gelegte
Finanzlücke nun geschlossen ist, beantragen wir, einen Vorschlag für eine
mögliche zusätzliche Unterstützung der SWU Verkehr GmbH aus dem städtischen
Haushalt zu erarbeiten und die hierfür erforderliche Zuschusshöhe darzustellen.
On-Demand
Angebot
Wir
bitten, darum perspektivisch ein On-Demand Angebot zur Erweiterung des
ÖPNV-Angebotes für die Ortschaften zu prüfen.