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Prüfung des Einsatzes von Moosbeton bei städtischen Bauprojekten (02.03.2026)

Samuel Rettig

© Moritz Reulein

Die Stadt Ulm baut derzeit in großem Umfang. Dabei kommt in erheblichem Maß Beton zum Einsatz, einer der CO₂-intensivsten Baustoffe unserer Zeit. Die Herstellung von Zement verursacht weltweit rund 8 % der CO₂-Emissionen. Wenn Ulm seine Klimaziele konsequent erreichen will, müssen neben Energieeffizienz auch die CO₂-Emissionen der verwendeten Baustoffe stärker in den Blick genommen werden.

Moosbeton ermöglicht das Wachstum von Moosen auf Fassaden und kann dadurch CO₂ binden, Feinstaub filtern, Gebäudeflächen kühlen und das städtische Mikroklima spürbar verbessern. Mit der Prüfung und pilotweisen Anwendung solcher innovativen Lösungen eröffnet sich die Chance, Gebäudehüllen von passiven Flächen zu aktiven Beiträgen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu machen. So kann die Stadt langfristig die CO₂-Bilanz ihrer Bauprojekte verbessern und zugleich ihre Vorbildfunktion im kommunalen Klimaschutz stärken.

Die Verwaltung wird daher beauftragt zu prüfen, inwieweit bei zukünftigen Neubauten und Sanierungen städtischer Gebäude der Einsatz von sogenanntem Moosbeton (biorezeptiver Beton) an Fassaden berücksichtigt werden kann. Dabei sollen geeignete Projekte für eine pilotweise Umsetzung identifiziert sowie die zu erwartenden Kosten, die klimatischen und ökologischen Effekte und die technische Umsetzbarkeit dargestellt werden. Zudem wird die Verwaltung gebeten, mögliche Förderprogramme auf zu prüfen und dem Gemeinderat über die Ergebnisse zu berichten.