Prüfung des Einsatzes von Moosbeton bei städtischen Bauprojekten (02.03.2026)
© Moritz Reulein
Die Stadt Ulm baut derzeit in großem Umfang. Dabei kommt in
erheblichem Maß Beton zum Einsatz, einer der CO₂-intensivsten Baustoffe unserer Zeit. Die Herstellung von
Zement verursacht weltweit rund 8 % der CO₂-Emissionen. Wenn Ulm seine Klimaziele konsequent erreichen
will, müssen neben Energieeffizienz auch die CO₂-Emissionen der verwendeten Baustoffe stärker in den Blick genommen werden.
Moosbeton ermöglicht das Wachstum von Moosen auf Fassaden
und kann dadurch CO₂ binden, Feinstaub filtern, Gebäudeflächen
kühlen und das städtische
Mikroklima spürbar verbessern. Mit der Prüfung
und pilotweisen Anwendung solcher innovativen Lösungen
eröffnet sich die Chance, Gebäudehüllen von passiven Flächen zu
aktiven Beiträgen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu machen. So kann die
Stadt langfristig die CO₂-Bilanz
ihrer Bauprojekte verbessern und zugleich ihre Vorbildfunktion im kommunalen
Klimaschutz stärken.
Die Verwaltung wird daher beauftragt zu prüfen, inwieweit
bei zukünftigen Neubauten und Sanierungen städtischer Gebäude der Einsatz von
sogenanntem Moosbeton (biorezeptiver Beton) an Fassaden berücksichtigt werden
kann. Dabei sollen geeignete Projekte für eine pilotweise Umsetzung
identifiziert sowie die zu erwartenden Kosten, die klimatischen und
ökologischen Effekte und die technische Umsetzbarkeit dargestellt werden. Zudem
wird die Verwaltung gebeten, mögliche Förderprogramme auf zu prüfen und dem
Gemeinderat über die Ergebnisse zu berichten.