Schuldnerberatung (24.11.2025)
© Gruene Fraktion Ulm
Die Preise für Lebensmittel, Wohnraum, Krankenversicherungen
und viele weitere grundlegende Lebensbereiche sind in den vergangenen Jahren
deutlich gestiegen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der überschuldeten Menschen spürbar
zu: Laut dem aktuellen „Schuldneratlas“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform
sind in diesem Jahr rund 111.000 Personen mehr verschuldet als im Vorjahr – ein
Höchststand wie zuletzt im Jahr 2016.
Vor diesem Hintergrund sehen wir die geplante Streichung von
0,8 Vollzeitäquivalentstellen im Bereich der Schuldnerberatung zur
Haushaltskonsolidierung als nicht tragbar. Menschen, die aufgrund finanzieller
Schwierigkeiten Gefahr laufen, ihren Wohnraum oder Arbeitsplatz zu verlieren,
benötigen schnelle und verlässliche Unterstützung, um Arbeits- und
Obdachlosigkeit zu verhindern. Verlängerte Wartezeiten infolge einer
Personalreduzierung könnten dazu führen, dass Schuldensituationen sich deutlich
verschlechtern und Menschen schneller in existenzielle Krisen rutschen.
Aus diesem Grund beantragen wir die Aussetzung der geplanten
Streichung von 0,8 Vollzeitäquivalentstellen im Bereich der Schuldnerberatung.
Wir sind überzeugt, dass Einsparungen in der Schuldnerberatung die Stadt Ulm
langfristig höher belasten würden, als sie kurzfristig entlasten, etwa durch
eine weitere Zunahme von Obdachlosigkeit und deren weitreichende Folgen.