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Soziales Miteinander und Engagement vor Ort stärken

Die gute Nachricht zuerst: Es ist uns gelungen, trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt Ulm Kürzungen bzw. sogar Schließungen der sozialen Treffs zu verhindern.
Die düsteren Wolken, die Mitte des Jahres 2025 über unserem Haushalt aufzogen, sind zwar nicht ganz weg, doch es hat sich deutlich aufgehellt. Wir sind eine wachsende Stadt, uns geht es im Vergleich zu anderen Städten gut! Es zeigte sich noch einmal, dass bei all den zukünftigen Investitionen in der baulichen Infrastruktur (Brücken, Landesgartenschau, Haltestelle Ehinger Tor…) auch die Investitionen in die sozialen Einrichtungen nicht vernachlässigt werden dürfen.
Dieses Jahr werden wir die Einwohner:innenzahl von 130.000 überschreiten und bis 2040, so sagen die Prognosen, könnten es gut noch 15.000 bis 20.000 Menschen mehr werden. In einer so stark wachsenden Stadt wird das gute soziale Miteinander keine Selbstverständlichkeit mehr sein, sondern muss bewusst gestärkt und gefördert werden.

Die Sozialraumorientierung zeigt uns den Weg. Wir wissen, dass das Lebensumfeld der Menschen sich in kleineren räumlichen Einheiten, sogenannten Quartieren, abspielt. Vielfältige Begegnungen stärken die Gemeinschaft, sodass offene neutrale Orte als Anlaufstelle eine zentrale Rolle zur Stärkung der Nachbarschaften einnehmen, insbesondere auch in Quartieren, die besonders von Armut betroffen sind.
So entstanden in den letzten Jahrzehnten Bürgerzentren, Stadtteilvereine, Kinder- und Familienzentren und Quartierstreffs in fast allen Stadtteilen.
Um diese weiterhin zu erhalten, hat der Gemeinderat für dieses Jahr beschlossen, dass weitere erforderliche Finanzmittel, die zur Erfüllung der übernommenen Aufgaben notwendig sind, bereitgestellt werden.
Zum Beispiel können die Mitarbeiterinnen der Baby-Tasche, die fast alle Eltern von Neugeborenen in Ulm erreichen, vollumfänglich ihre Arbeit fortsetzen. Das Kinder- und Familienzentrum in Wiblingen in der Reutlinger Straße stand vor der Schließung. Hier konnte der Gemeinderat durch eine entsprechende Zuschusserhöhung erreichen, dass der Treff weitergeführt wird, das Café wieder geöffnet hat, die Eltern-Kind-Gruppen, sowie die Hebammensprechstunde und die Bewegungsangebote weiter stattfinden können.

Die gute Verzahnung von ehrenamtlichem Engagement mit Hauptamtlichen auf der einen Seite und Stadtverwaltung auf der anderen Seite ist die Basis des guten und friedlichen Zusammenlebens in unserer Stadtgesellschaft.
Niederschwellige Treffs in den Quartieren fördern Inklusion, Integration, Teilhabe und die Stärkung von bürgerschaftlichem Engagement. Durch die Krisen der letzten Jahre hat dieser Auftrag weiter an Bedeutung gewonnen, insbesondere um aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie zunehmender Armut, Einsamkeit und Demokratiefeindlichkeit zu begegnen.