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Ulms Weg zur Krisenfestigkeit

Lena Christin Schwelling

© Moritz Reulein

Gemeinderat vom 18.03.2026
TOP 3 Krisenfestigkeit des Konzerns Stadt Ulm
 - Rede von Lena Schwelling

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Ulms Weg zur Krisenfestigkeit
Der vergangene Sommer hat gezeigt, was Klimakrise in Ulm konkret bedeutet: überhitzte Wohnungen, kaum Abkühlung in der Nacht und eine wachsende Belastung für viele Menschen. Was lange Ausnahme war, wird zunehmend zur Normalität. Besonders für Familien, ältere Menschen oder diejenigen, die sich Schutzmaßnahmen nicht leisten können.
Doch nicht nur die Hitze macht deutlich, wie real Krisen inzwischen sind. Das Hochwasser im Juni 2024, aber auch Stromausfälle und Angriffe auf kritische Infrastruktur zeigen: Unsere Systeme sind verletzlich, und Vorsorge ist keine theoretische Aufgabe mehr, sondern dringend notwendig.
Das neue Zukunftskonzept zum Krisenmanagement der Stadt Ulm ist ein wichtiger Schritt, weil es ehrlich benennt, wo wir stehen. Es macht deutlich: Unsere wichtigste Ressource sind die Menschen - in der Verwaltung, vor allem aber bei Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Umso dringender ist es, bestehende Mängel bei Ausstattung und Arbeitsbedingungen konsequent anzugehen und die Perspektive der Ehrenamtlichen stärker einzubeziehen.
Gleichzeitig wird klar: Wir haben Nachholbedarf. Strukturen im Katastrophenschutz wurden über Jahre zurückgebaut, Prozesse sind nicht überall ausreichend definiert, und auch die Krisenkommunikation muss verbessert werden.
Klimaschutz und Krisenfestigkeit gehören dabei untrennbar zusammen. Der Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Effizienz und eine konsequente Wärmeplanung stärken nicht nur das Klima, sondern auch unsere Unabhängigkeit und Sicherheit. Zugleich nehmen Extremwetterereignisse weiter zu. Klimaanpassung und Katastrophenschutz müssen daher gemeinsam gedacht werden.
Das Konzept dies wir im letzten Gemeinderat behandelt haben, enthält viele richtige Maßnahmen. Doch eines ist ebenso klar: Die im Beschluss vorgesehenen finanziellen Mittel reichen nicht aus, um die Herausforderungen wirklich zu bewältigen. Krisenfestigkeit lässt sich nicht nur beschließen, sie muss auch ausreichend finanziert werden.
Unser Ziel ist klar: Ulm soll eine Stadt sein, auf die sich die Menschen auch in Krisen verlassen können. Dafür braucht es jetzt konsequentes Handeln.